Chrysotil und Mesotheliomregister

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Mesotheliomregisters veröffentlichten noch 2011 die Meinung, nach die lungenschädigende Wirkung von Chrysotil (Weißasbest) in Frage gestellt wird. Die dahinterstehende Logik: Im Gegensatz zu anderen Asbestarten lost sich Chrysotil (Weißasbest) auf, so dass von ihm kein Krebs zu erwarten ist. Allenfalls geschähe dies durch Beimengungen anderer Asbestarten. Belegt wird diese Meinung durch fragwürdige tierexperimentelle Studien eines privaten toxikologischen Labors in den USA, das von David Bernstein, einem von der Asbestindustrie finanzierten Wissenschaftlers geleitet wird. Finden sich keine Asbestkörperchen in der Lunge, wurde trotz gesicherter Exposition die Anerkennung des Lungenkrebses abgelehnt.

Ignoriert werden dabei die Erkenntnisse der internationalen Wissenschaft, wonach Chrysotil eine fast ebenso hohes Krebspotenzial hat, wie andere Asbestarten. Der Bundesverband der Asbestose-Selbsthilfegruppen kritisiert dies seit vielen Jahren.

Literatur

Baur, Xaver/ Schneider, Joachim/Woitowitz, Hans-Joachim/ Velasco Garriada, Marcial (2012): Gibt es Unterschiede in den gesundheitlichen Wirkungen von Chrysotil- und Amphibol-Asbest?, in: Pneumologie, 2012, Jg. 66 (8), S. 497-506.

 

Die Rolle des Mesotheliomregisters bei der desolaten und schändlichen Entschädigungspraxis für Asbestopfer in Deutschland hat Prof. Dr. med. Joachim Woitowitz in zwei Beiträgen umfassend dargestellt:

I. Die Asbestkörperchentheorie ist tot.....
II. Der lange Weg....