• Informationen für Asbestopfer

Betroffen?

Asbest eingeatmet - was jetzt?

Das Fatale am Asbest ist, dass er sich in immer kleinere Fasern aufspalten kann, bis hin zum feinen Staub, der durch die Luft schwebt. Wird dieser Staub eingeatmet, lagert er sich an den Lungenbläschen ab. Die winzigen Fasern durchstoßen, reizen und zerstören schließlich das Gewebe. Es vernarbt und verhärtet. Diese „Asbestose“ kann unter anderem der Ausgangspunkt sein für Krebserkrankungen. Überall, wo die Faser sich einnistet, richtet sie Unheil an!

Es können bis zu fünf Jahrzehnte vergehen, bis die Faser ihre tückische Wirkung zeigt. Die Folge ist dann nicht nur eine Einschränkung des Atemvolumens. Es kann auch zu bösartigen Tumoren in der Lunge, an Rippen- und Bauchfell und am Kehlkopf kommen.

 

Früherkennung ist Vorsorge

Wer weiß oder glaubt – oder nur den Verdacht hat – betroffen zu sein, sollte sich deshalb im eigenen Interesse rechtzeitig und auch in regelmäßigen Abständen einer ärztlichen Vorsorgeuntersuchung unterziehen. Der Lungenfacharzt kann diese Asbesterkrankungen mittels Röntgen- und Computer-Tomo­graphie (CT)-Aufnahmen, Lungenfunktionstest sowie Blutuntersuchungen feststellen. Von den Unfallversicherungsträgern wird diese Vorsorge durch die „Zentrale Erfassungsstelle für asbeststaubexponierte Arbeitnehmer GVS“ (vormals: ZAs) organisiert. Mehr dazu hier...

 

Asbestbedingte Berufserkrankungen

Berufskrankheiten sind Krankheiten, die per Rechtsverordnung als Berufskrankheiten (BK) definiert sind und die Versicherte infolge der Ausübung einer versicherten Tätigkeit erleiden. Die Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) definiert u.a. die anerkannten Berufskrankheiten in Deutschland.

Vermutete Berufskrankheiten sind nach dem Berufskrankheitengesetz meldepflichtig! Es besteht dann Anspruch auf Behandlung, Rehabilitation und ggf. Rente (je nach Minderung der Erwerbsfähigkeit, MdE).Die asbestbedingten Erkrankungen werden in vier Berufskrankheiten (BK) eingeteilt:

  • BK 4103
    Asbestose, Lungenfibrose, Erkrankung der Pleura
  • BK 4104
    Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs
  • BK 4105 
    Mesotheliom des Rippenfells, des Bauchfells oder des Perikards (Herzbeutel)
  • BK 4114
    Lungenkrebs durch Asbest und PAK (Polyzyklisch aromatische Kohlenwasserstoffe)

 

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Zu Hochrisiko-Berufsgruppen zählen:

  • Bauschlosser
  • Bergleute
  • Betriebsschlosser
  • Chemiebetriebswerker
  • Dachdecker
  • Eisen-, Metallerzeuger, Schmelzer
  • Elektroinstallateur, -monteure
  • Energiemaschinisten
  • Entsorger/ Sanierer
  • Feinblechner
  • Former, Kernmacher
  • Formstein-, Betonhersteller
  • Gummihersteller, -verarbeiter
  • Halbzeugputzer, sonstige Formgießerberufe
  • Heizer
  • Hilfsarbeiter ohne nähere Tätigkeitsangabe
  • Isolierer, Abdichter
  • Kraftwerker
  • Kfz-Führer
  • Kfz-lnstandsetzer
  • Kunststoffverarbeiter
  • Lager-, Transportarbeiter
  • Maler, Lackierer (Ausbau)
  • Maschinenschlosser
  • Maschinenwärter, Maschinistenhelfer
  • Maurer
  • Rohrinstallateure
  • Rohrnetzbauer, Rohrschlosser
  • Schlosser
  • Schweißer, Brennschneider
  • Spinner, Spinnvorbereiter
  • Stahlbauschlosser, Eisenschiffbauer
  • Tischler
  • Weber
  • Zimmerer

Leiharbeitnehmer haben an unbekannten, wechselnden Arbeitsplätzen häufig ein größeres Risiko. Auch Angehörige, die z. B. Kontakt mit der Berufskleidung hatten (waschen), können von Asbesterkrankungen betroffen sein. Sie werden von der Berufsgenossenschaft nicht als Schadensfall anerkannt.

Mit einem Programm, das beim  Sozialverband VdK Deutschland e.V. zur Vorbereitung einer Beratung eingesetzt wird, können Sie sich einen ersten Überblick über den Grad ihrer möglichen Asbest-Exposition verschaffen: Faser-Programm