Die Vorstandsmitglieder

Bernhard Heise - Jg. 48
2. Vorsitzender
Asbestose –Selbsthilfegruppe Essen/ NRW

Bernhard Heise

Nach der Lehre war ich von 1966 - 1988 als Schlosser in der Gießerei “Halbergerhütte“ in Ludwigshafen am Rhein tätig. 1989-2013 arbeitete ich in der Gießerei-Gebr. Gienanth in Eisenberg/ Pfalz, erst als Schlosser, anschließend ab 1990 als freigestellter Betriebsratsvorsitzender. Bis heute bin ich in der Gewerkschaft IG-Metall aktiv im Kampf gegen Feinstaub und Asbest.

Die Gesundheit und Arbeitssicherheit stand für mich immer an erster Stelle. Leider musste ich miterleben, dass sehr viele Freunde und Arbeitskollegen an Asbestose oder Silikose erkrankten und viele daran zu früh sterben mussten. Ich habe viele von ihnen mit Rat und Tat begleitet und versucht, ihnen soweit es mir möglich war, zu helfen.

Seit 2004 arbeite ich in einem europäischen Gewerkschaftsverband mit 28 europäischen Ländern zusammen gegen Silikose im Nepsi-Rat (Europäisches Netzwerk Quarz). Vor etwa zwei Jahren bin ich in der Selbsthilfegruppe-Asbest in Essen-NRW Mitglied geworden und nun in den Vorstand des Bundesverbandes der Asbestose-Selbsthilfegruppen gewählt worden.

Ich selbst bin ebenfalls an Asbestose erkrankt und musste operiert werden. Aus diesen Erfahrungen heraus, habe ich den Kampf gegen den Asbest und die Silikose aufgenommen. Die Zukunft soll ohne Asbest in der Welt gestaltet werden.

Heinz-Peter Sattler - Jg. 46
Schriftführer
Asbestose-Selbsthilfegruppe Kassel-Borken

Heinz-Peter Sattler

Fast 30 Jahre meines Berufslebens (1968 – 1995) habe ich in der Kraftwerkstechnik verbracht. Zunächst vier Jahre als Turbinenschlosser, danach als Maschinenbau-Techniker mit Ingenieuraufgaben in einem Braunkohlekraftwerk und später in einem Kernkraftwerk für die Bereiche Turbinen, Pumpen, Kompressoren sowie Rohrleitungen und Armaturen zuständig.

In dieser Zeit hatte ich insbesondere im Bereich der Turbinen und Heißdampfleitungen Kontakt mit asbesthaltigen Materialien wie z. B. Blauasbest (Krokydolith-Asbest) und Weißasbest (Chrysotil-Asbest) in unterschiedlichen Formen. Hinzu kam die Zuständigkeit für die Spritzasbest-Entsorgung an den Turbinen ab 1985. In diesem Zusammenhang habe ich einen „Staatlich anerkannten Lehrgang zum Erwerb der Sachkunde für den Umgang mit allen asbesthaltigen Gefahrstoffen gemäß TRGS 519“ beim TÜV Hannover absolviert.

Aufgrund der Asbest-Erkrankungen vieler ehemaliger Arbeitskollegen und der damit verbundenen z. T. skandalösen und entwürdigenden Anerkennungsverfahren hatte ich mich in 2008 entschlossen, der Asbestose Selbsthilfegruppe Kassel-Borken-Nordhessen e. V. beizutreten, um die Betroffenen mit Rat und Tat zu unterstützen.

Michael Schulz - Jg. 43
Finanzen
Asbestose-Selbsthilfegruppe Hamburg/ Schleswig-Holstein

Michael Schulz

1959 habe ich meine Ausbildung zum Heizungsbauer begonnen, 1974 machte ich meinen Meister im Zentralheizungs- u. Lüftungsbaugewerbe.

Im Heizungsbau wurden beim Schweißen Asbestfaser-Platten als Brandschutz benutzt sowie Asbest-Schnur zur Gas- bzw. Luftabdichtung an Heizkessel und Heizthermen eingesetzt. Asbesthaltige Klingerit-Dichtungen wurden zum Abdichten von Heizkörpergliedern und Flanschenabdichtungen verwendet.

2011 wurde bei einer computertomographischen Untersuchung Asbestose festgestellt. Ich nahm daraufhin im Frühjahr 2011 umgehend Kontakt mit der Selbsthilfegruppe Hamburg/Schleswig-Holstein auf. Die Anerkennung meiner Asbestose als Berufskrankheit (BK 4103), erfolgte im Herbst 2011. Durch meine Mitarbeit in der Asbestopfer Selbsthilfe möchte ich Betroffene beraten und ihnen helfen.

Wolfgang A.W. Behrend - Jg. 51
IT und Datenschutz
Asbestoseselbsthilfegruppe Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Wolfgang A.W. Behrend

Während meiner Ausbildung zum Schiffsmaschinenschlosser 1965-1968 auf der „Mathias-Thesen-Werft“ in Wismar „durfte“ ich u.a. auch asbesthaltige „Neptunit“-Platten als Brandschutzverkleidung auf den damals gebauten Passagier- und Expeditionsschiffen montieren. Wir haben wie jeder Tischler mit Fuchsschwanz und Raspel die Platten passend gemacht und anschließend angeschraubt. Natürlich ohne Atemschutz und Be- oder Entlüftung in den engen Räumen an Bord. Im Reparaturbereich wurden Armaturen ausgebaut und repariert und dabei auch asbesthaltige Dichtungen entfernt. Im Rohrleitungsbau war es nicht viel anders. Wie gefährlich unsere Arbeit war, hat uns natürlich niemand gesagt und viele meiner Klassenkameraden sind nicht mehr unter uns, einige mit der Diagnose „Asbestose“ oder andere asbestbedingte Lungenkrankheiten.

Jahre später durfte ich mal die entsprechenden Arbeitsschutzvorschriften lesen, sie waren als „VS“ eingestuft, d.h. sie waren vertraulich und damit für die meisten nicht zugänglich.

Da habe ich realisiert, wie fahrlässig mit unserer Gesundheit umgegangen wurde.

Als 2015 in Rostock ein „Asbest-Workshop“ stattfand und die „Asbestoseselbsthilfegruppe Mecklenburg-Vorpommern“ gegründet wurde, bin ich spontan Mitglied geworden.

In unserer Gruppe bin ich der Ansprechpartner für die Betroffenen.

Manfred Clasen - Jg. 42
Ehrenvorsitzender

Manfred Clasen

Ich habe von 1964 bis 2002, fast 38 Jahre, bei der Hamburger Berufsfeuerwehr gearbeitet. Asbestbelastungen waren während unserer Einsätze und dem Dienst auf Feuerlöschbooten immer möglich. So wurde leider im März 2002 nach einer arbeitsmedizinischen Untersuchung für die Atemschutzgerätetauglichkeit bei mir „die Wahrscheinlichkeit einer Asbestose“ festgestellt.

Das Hamburger Personalamt lehnte jedoch die Anerkennung dieser Berufskrankheit als Dienstunfall ab. Ich legte im. April 2003 Widerspruch ein und klagte vor dem Verwaltungsgericht Hamburg bis 2011- also neun Jahre - bis zur Anerkennung. Nur mit dem Beistand der Rechtsabteilung meiner Gewerkschaft „Verdi“ und meinem eigenen Wissen durch die Arbeit im Bundesverband der Asbestose Selbsthilfegruppen konnte ich diesen Prozess gewinnen (Artikel pdf 1Mb).

Auf unseren Seminaren für die Bundes- und Landesverbände der Asbestose Selbsthilfegruppen vermitteln namenhafte Arbeitsmediziner wie Prof. Dr. Woitowitz, Prof. Dr. Baur sowie Prof. Dr. Schneider, neben anderen Referenten, uneigennützig in dankenswerter Weise, das nötige Wissen für eine wichtige wertvolle Arbeit in den Selbsthilfegruppen.

Gerne habe ich das Amt des Bundesvorsitzenden ausgeübt, die ich im 74sten Lebensjahr nach 10 Jahren gerne meinem Nachfolger, Harald Niemann, mit dem Wissen, dass diese Arbeit erfolgreich weitergeführt wird, überlasse. Ich stehe aber weiterhin den Betroffenen, wenn gewünscht, mit Rat zur Seite.