Bundesverband der Asbestose Selbsthilfegruppen e.V.
Sönke Bock
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Asbest

Mehr als zweieinhalb Millionen Menschen waren in Deutschland asbestexponiert.
Seit 1993 ist Asbest in Deutschland verboten. Aber aufgrund der langen Latenzzeiten ist erst heute der Höhepunkt der asbestbedingten Krebserkrankungen zu verzeichnen.
Als Schwerkranke müssen Asbestopfer heute um ihre Rechte kämpfen – oft vergeblich. Wir helfen Ihnen!

Was ist Asbest?


Asbest ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene natürlich vorkommende, faserförmige kristallisierte Silikat-Minerale, die in Untertage– und Übertageminen abgebaut wurden und nach ihrer Aufbereitung technisch verwendbare Fasern unterschiedlicher Länge ergeben.

Asbest leitet sich vom griechischen Wort „asbestos“ ab, dies bedeutet „unvergänglich“ und steht für die wichtigste Eigenschaft der Faser: Sie verbrennt nicht, übersteht größte Hitze bis 1.000 °C und isoliert gegen Wärme und Nässe sowie gegen Schall und Säure. Sie ist zugfest, elastisch, fäulnisresistent und rostet nicht, außerdem ist sie leicht und witterungsbeständig.

Die große Gefahr besteht in eben dieser Unvergänglichkeit, die die Industrie so schätzte.

Das Fatale am Asbest ist, dass er sich in immer kleinere Fasern aufspalten kann, bis hin zum feinen Staub, der meist mit bloßem Auge nicht erkennbar ist. (Länge: ≥ 5 μm + Breite: < 3 μm).

Wird dieser Staub eingeatmet, lagert er sich an den Lungenbläschen ab. Die winzigen Fasern durchstoßen, reizen und zerstören schließlich das Gewebe. Es vernarbt und verhärtet. Diese „Asbestose“ kann unter anderem der Ausgangspunkt sein für Krebserkrankungen. Überall, wo die Faser sich einnistet, richtet sie Unheil an!

Es können bis zu fünf Jahrzehnte vergehen, bis die Faser ihre tückische Wirkung zeigt. Die Folge ist dann nicht nur eine Einschränkung des Atemvolumens. Es kann auch zu bösartigen Tumoren in der Lunge, an Rippen- und Bauchfell, am Kehlkopf und an den Eierstöcken kommen.

Die Geschichte des Asbests


Die griechischen Geschichtsschreiber Herodot (420 v. Chr.) und Plutarch (60 n. Chr.) sowie der römische Senator Plinius d. Jüngere (60 n.Chr.) belegen in ihren Schriften den Gebrauch von Asbest im Altertum. („feuerfestes Leinen“, auch „Zauberflachs“ genannt).

In der Neuzeit fand Asbest erstmals in den 1820er-Jahren eine ernsthafte Anwendung. Die Fasern wurden zu feuerfester Kleidung für Feuerwehrleute verarbeitetet. Bald kamen Anwendungen wie feuerfeste Dächer oder Wärmedämmungen für Dampfmaschinen hinzu. 1887 wurde die Firma Seitz in Bad Kreuznach gegründet, nachdem die Weinhändler Theo & Georg Seitz die hervorragenden Filtrationseigenschaften von Asbestanschwemmfiltern entdeckten.

Am 15. Juli 1900 erhielt der Österreicher Ludwig Hatschek als Besitzer einer Asbestwarenfabrik ein österreichisches Patent für Eternit.

Damit begann ein Boom in der Verwendung von Asbest zur Herstellung sehr unterschiedlicher Produkte (zum Beispiel Faserzement für Dachschindeln, Dach-Wellplatten, Fassadenverkleidungen, Rohre, Blumenkästen, Knöpfe, Telefon-Gehäuse, Teile für elektrische Geräte und dergleichen). In Deutschland erfolgt 1912 die Gründung des Fulgurit-Werks Luthe und 1929 in Berlin die Deutsche Asbestzement AG. Im Zweiten Weltkrieg wurden Postsäcke, Getränkefilter, Zahnpasta (als Polierzusatz) und Fallschirme für Bomben mit, bzw. aus Asbest hergestellt. In Gebäuden wurden tragende Stahlteile mit Spritzasbest zum Brandschutz versehen. Auf Schiffen und U-Booten wurde Asbest zur Dämmung von Rohrleitungen verwendet.

Asbest fand Einsatz als temperaturfester Dämmstoff, als feuerfeste Zwischenlage für Abzweigdosen und hinter Öfen in Holzhäusern, als Bestandteil von Bremsbelägen und Dichtungen (auch als weiche Schnur für Ofentüren), in Trinkwasserleitungen sowie in Laboren als feuerfeste Unterlage und in Kraftwerken in verschiedenen Formen.

Asbesthaltiges Talkum wurde als Füllstoff, Trenn- und Gleitmittel beispielsweise bei der Kabel-, Reifen- und Gummiwarenherstellung verwendet, (z.B. auch in Gummihandschuhen).
Mehr als 2,5 Mio. Menschen waren in Deutschland asbestexponiert.

Aktuell sind noch immer mehr als 35 Millionen Tonnen asbesthaltiges Material verbaut. Asbest wurde Baustoffen wie Putzen, Klebern sowie Spachtel- und Dichtungsmassen zugemischt. Betroffen sind vornehmlich Gebäude, die zwischen 1960 und 1993 errichtet oder umgebaut wurden.

Vor allem bei Instandhaltungs-, Sanierungs- und Abbrucharbeiten von Gebäuden, können diese Asbestfasern freigesetzt werden.

Wo findet man Asbest?


Verteilung der Asbestanwendung auf Erzeugergruppen

  • 73% Asbestzement
  • 8% Fußbodenbeläge
  • 6% Bautechnische Erzeugnisse
  • 5% Beläge von Bremsen und Kupplungen
  • 4% Technische Textilien
  • 4% Sonstige Einsatzgebiete

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